Judo Kurzvorstellung

Als der frischgebackene Berliner Judomeister der A-Jugend Ralf Döring im Spätsommer 1957 seinen Vetter Uwe Nielsen in Kirchheimbolanden besuchte, brachte er - außer seinem Urlaubsgepäck - auch die Idee mit, in der Kleinen Residenz eine Judomannschaft aufzustellen. Anlässlich einer turnsportlichen Veranstaltung des TVK zeigten Ralf Döring und Uwe Nielsen einem erstaunten und interessierten Publikum erstmals die fremdartig anmutenden Besonderheiten dieser fernöstlichen Kampfsportweise. Der Zufall wollte es, dass zur gleichen Zeit Horst Böhm in seine Heimatstadt zurückkehrte, der in Villingen den Judosport kennengelernt hatte und dort in der Schwergewichtsklasse bereits beachtliche Erfolge erzielen konnte.
Dies war die Geburtsstunde der TVK-Judoabteilung. Durch eine gezielte Werbung fanden sich recht bald viele Interessenten zusammen und ein ausgeklügeltes Trainingsprogramm sorgte dafür, dass sich schnell beachtliche Erfolge dieser neuen TVK-Abteilung einstellten. Bis in die späten achtziger Jahre konnten bei Deutschen Meisterschaften und Internationalen Turnieren sowohl in Einzelkämpfen als auch bei den Seniorenmeisterschaften großartige Erfolge gefeiert werden. Beteiligt daran waren vor allem Sigi Weszkalnys, Paul Krajewski, Dmytro Krajewski, Georg Dauscher, Bruno Alt, Horst Weiser, Peter Wirges, Ernst Glas, Hans Schwab, Horst Konz. Auch die Mitglieder der mittlerweile gegründeten Frauenmannschaft konnten mit Gabi Benning und Sabine Rüffer (Deutsche Jugendmeisterin und Mitglied der Bundesligamannschaft des JC Pirmasens) herausragende Erfolge erzielen. Mit Uwe Nielsen, Günter Bauer, Jakob Theobald und Theo Lucae schlossen sich weitere Judo-Enthusiasten der Abteilung an, die in den folgenden Jahren den "harten Kern" der Judoabteilung stellten, der für die ersten Erfolge verantwortlich zeichnete. Bereits nach dem ersten Gründungsjahr konnten die TVK-Judokas an den Pfälzischen Mannschaftsmeisterschaften teilnehmen und erzielten einen sensationellen vierten Platz. Nun war das Eis endgültig gebrochen.
In der Folgezeit widmete sich die Führungs-Crew der intensiven Fortbildung der vielen Neuzugänge, vor allem aber der Jugendlichen, die in Scharen in die neue Abteilung strömten. Es wurden auch eine Reihe von Meistergraden (Dan-Grade) verliehen.
Dan "schwarzen Gürtel" trugen in der Folgezeit Horst Konz, Hans Schwab, Horst Böhm, Horst Baum, die Brüder Dmytro und Paul Krajewski, Peter Metz, Jakob Theobald, Ernst Glas, Peter Wirges, Horst Weiser, Bruno Alt, Sigi Weszkalnys, Heiner Baab, sowie Helmut und Werner Dick. Als einzige Frau konnte sich das TVK-Ausnahmetalent Sabine Rüffer mit dem Meistergrad eines Dans schmücken.
Neben Sabine Rüffer war auch Horst Konz in der Bundesliga als exzellenter Kampfrichter in dieser höchsten Liga engagiert.
Einer der besonderen Höhepunkte war die Erfüllung des allgemeinen Wunsches, in einer eigenen Dojo (Wettkampfstätte) trainieren und Veranstaltungen durchführen zu können. Als das Lehrschwimmbecken des Nordpfalzgymnasiums durch den Neubau eines Hallenbades in der Kleinen Residenz ausgedient hatte, "verwandelten" die handwerklich geschickten Judokas des TVK das Lehrschwimmbecken - in schweißtreibender Eigenleistung - in eine wettkampfgerechte Trainings- und -Wettkampfhalle.

Nach dem ersten Generationswechsel trat eine kurzfristige Stagnation ein, die von dem "judobesessenen" Ehepaar Andreas und Jasmin Quintern schnell wieder behoben wurde. Jetzt zeigt die Erfolgskurve wieder steil nach oben. Doch nur für kurze Zeit, nachdem sich das Trainerehepaar kurzfristig anderweitig orientiert hatte.

In dem nunmehr sechsten Jahrzehnt seit der Gründung leitete eine Reihe von engagierten Judosportler die Geschicke der Abteilung: Nach Horst Böhm folgte für viele Jahre Rudolf Flatter. Dieser wurde kurzfristig von dem Zahnarzt Rudolf Scheithauer abgelöst. Mit Dmytro Krajewski, Karl-Ernst Glas übernahmen wieder zwei aktive Judosportler die Abteilungsführung, ehe mit dem Kriminalbeamten Karl Hartmetz für lange Zeit wieder Ruhe und Kontinuität in der Führungsarbeit einkehrte. Dessen Arbeit wurde mit großem Erfolg über acht lange Jahre von Klaus Schulte-Hubbert weitergeführt, der auch seine Familie in das Judogeschehen einzubinden verstand.
In die Zeit von Karl Hartmetz und Klaus Schulte-Hubbert fielen auch die Erfolge von Christian Fischer (3. südwestdeutscher Meister), Max Dommermuth (mehrfacher Pfalzmeister, Teilnahme an Deutschen Meisterschaften und 2. Bundesliga) sowie Thomas Bickel (Pfalzmeister 2003 und Teilnehmer an den südwestdeutschen Meisterschaften).
Als Trainer stehen derzeit zur Verfügung: Hans Schwab für Anfänger (Kinder), Peter Groß, Ruth und Felix Schulte-Hubbert und Thomas Bickel für die Jugend, sowie Paul Krajewski für die Senioren.
Aktuell wird die TVK-Judo-Abteilung von Mohammed Hossein Najafzadeh (Paiman) geleitet, der sich - neben der sportlichen Arbeit - vor allem mit dem Problem der Übungsstätte auseinandersetzen muss, nachdem - bedingt durch den Umbau des Nordpfalzgymnasiums - das Dojo im ehemaligen Lehrschwimmbecken für längere Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen wird.